Plattformen, Apps & Cloud

Was sind digitale Plattformen?

Digitale Plattformen sind softwarebasierte Systeme, die Nutzer, Daten und Dienste über standardisierte Schnittstellen zusammenführen und Interaktionen oder Transaktionen ermöglichen. Sie bündeln Funktionen zentral, lassen sich erweitern und bilden die technische Basis für digitale Geschäftsmodelle.

Auch bekannt als: Plattform-Ökosystem · digitale Geschäftsplattform · Platform-as-a-Service-Lösung

PlattformökonomieNetzwerkeffekte
AnbieterAngebot
PlattformVermittlung
NutzerNachfrage
Eine Plattform verbindet zwei Seiten; mehr Teilnehmer steigern den Wert (Netzwerkeffekte).
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Einordnung: Wofür werden digitale Plattformen genutzt?

Digitale Plattformen verbinden mehrere Akteure – etwa Kunden, Partner und interne Abteilungen – über eine gemeinsame technische Schicht. Anders als eine einzelne Anwendung stellen sie wiederverwendbare Bausteine wie Identitätsverwaltung, Datenhaltung, APIs und Abrechnung bereit, auf denen sich verschiedene Funktionen und Dienste aufbauen lassen.

Im Mittelstand dienen sie oft als zentrales System, das gewachsene Insellösungen ablöst. Statt isolierter Tools entsteht ein zusammenhängendes Ökosystem, in dem Daten fließen und sich neue Services schrittweise ergänzen lassen. Microsoft Azure liefert dafür die Infrastruktur, von App-Hosting über Datenbanken bis zu Sicherheitsdiensten.

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Beispiel aus der Praxis

Ein Versicherungsdienstleister möchte Schadenmeldungen, Kundenkommunikation und Partneranbindung in einem System bündeln. Eine digitale Plattform stellt dafür einen Mandantenbereich pro Kunde, eine zentrale Nutzerverwaltung und offene Schnittstellen für angebundene Systeme bereit. Neue Funktionen wie Reporting oder automatisierte Prüfprozesse werden später als Module ergänzt, ohne die Basis neu zu bauen.

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Vorteile & typische Anwendungsfälle

Der Wert digitaler Plattformen liegt in Wiederverwendbarkeit und Skalierung: Gemeinsame Dienste werden einmal gebaut und mehrfach genutzt, neue Anwendungsfälle entstehen schneller und kostengünstiger.

  • Zentrale Identitäts- und Rechteverwaltung statt vieler getrennter Logins
  • Anbindung externer Systeme über APIs und standardisierte Schnittstellen
  • Mandantenfähigkeit für mehrere Kunden oder Geschäftseinheiten auf einer Basis
  • Schrittweiser Funktionsausbau ohne Neuentwicklung des Gesamtsystems
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Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Eine digitale Plattform ist mehr als eine einzelne SaaS-Anwendung: Während SaaS ein konkretes Produkt im Abonnement beschreibt, bildet die Plattform die tragende Schicht, auf der mehrere Anwendungen und Dienste laufen. Sie nutzt Cloud-Infrastruktur als Fundament und setzt häufig auf eine Multi-Tenant-Architektur sowie REST-APIs für die Anbindung weiterer Systeme.

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Bezug zu smiit

smiit hat für die Claimity AG eine digitale SaaS-Plattform für den InsurTech-Bereich entwickelt und in nur sechs Wochen produktiv auf Microsoft Azure gebracht. Die Multi-Tenant-Architektur trennt Kundendaten sauber, Azure App Service und Azure Database for PostgreSQL bilden die Laufzeit- und Datenschicht, Azure Front Door sichert die Zustellung und Keycloak übernimmt Identitätsverwaltung samt MFA. Über REST-APIs lässt sich die Plattform an bestehende Systeme anbinden – durchgängig DSGVO-konform.

Häufige Fehler & Missverständnisse

  • Eine digitale Plattform wird häufig mit einer einfachen Website oder App verwechselt, obwohl ihr Kern darin besteht, mehrere Nutzergruppen zu verbinden und Wertschöpfung über Netzwerkeffekte zu erzeugen.
  • Es wird oft angenommen, dass mehr Funktionen automatisch eine bessere Plattform ergeben, dabei entscheidet meist die kritische Masse an Teilnehmern und die Qualität der Vermittlung über den Erfolg.
  • Viele unterschätzen das Henne-Ei-Problem, also dass eine Plattform für die eine Seite erst attraktiv wird, wenn genügend Teilnehmer der anderen Seite vorhanden sind.

Häufige Fragen

Was unterscheidet eine digitale Plattform von einer App?

Eine App erfüllt einen abgegrenzten Zweck, eine Plattform stellt geteilte Bausteine wie Nutzerverwaltung, Datenhaltung und APIs bereit, auf denen mehrere Apps und Dienste aufsetzen. Die Plattform ist das Fundament, die App eine darauf laufende Anwendung.

Lohnt sich eine digitale Plattform auch für den Mittelstand?

Ja, sobald mehrere Anwendungen, Mandanten oder Partneranbindungen geplant sind. Die einmalig gebaute Basis spart bei jedem weiteren Anwendungsfall Aufwand und sorgt für einheitliche Sicherheit und Datenhaltung.

Welche Microsoft-Azure-Dienste bilden die Basis?

Typisch sind Azure App Service für das Hosting, Azure Database for PostgreSQL für Daten, Azure Front Door für Zustellung und Schutz sowie Azure Key Vault für Geheimnisse. Identität und MFA lassen sich etwa über Keycloak abdecken.

Wie lange dauert der Aufbau einer digitalen Plattform?

Das hängt vom Funktionsumfang ab. Eine erste tragfähige Version mit Kernfunktionen lässt sich oft in wenigen Wochen produktiv bringen, während das Ökosystem danach schrittweise um weitere Module wächst – statt alles auf einmal zu bauen.

Wie vermeidet man eine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter?

Hilfreich sind offene Standards, dokumentierte REST-APIs und der Einsatz verbreiteter, portabler Technologien statt proprietärer Speziallösungen. So bleibt die Plattform erweiterbar und ein späterer Wechsel einzelner Bausteine möglich.

Verwandte Begriffe

Quellen & weiterführende Links

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